Die französischen Alpen sind Weite und Größe, die du erleben kannst: Bergseen, die wie Spiegel vor dem Mont Blanc liegen, Höhenwege hoch über den Gletschern, Hochebenen, auf denen die Steinböcke dir nachschauen, ohne aufzustehen. Hier findest du die zweistündige Familienwanderung genauso wie die legendäre Zehntagestour, oft ab demselben Dorf. Dieser Guide versammelt unsere 10 schönsten Wanderungen der Alpen, von Chamonix bis ins Mercantour, jeweils mit Distanz, Höhenmetern, realistischem Schwierigkeitsgrad und der besten Reisezeit.
Die 10 schönsten Wanderungen der Alpen auf einen Blick
Vor den Details gibt es das ganze Panorama, vom Norden bis in den Süden des Massivs. Die ersten acht schaffst du an einem Tag, zwei davon sind familientauglich. Die letzten beiden verlangen gute Beine oder mehrere Tage Zeit.
| Wanderung | Massiv | Dauer | Schwierigkeit |
|---|---|---|---|
| Lac Blanc | Aiguilles Rouges, Haute-Savoie | 4-5 Std. hin und zurück | Mittel |
| Grand Balcon Nord – Mer de Glace | Mont-Blanc, Haute-Savoie | 3-4 Std. als Überschreitung | Mittel |
| La Tournette | Bornes, Lac d'Annecy | 5-6 Std. hin und zurück | Schwer |
| Col de la Vanoise | Vanoise, Savoie | 5-6 Std. hin und zurück | Mittel |
| Rocher du Vent | Beaufortain, Savoie | 3-4 Std. hin und zurück | Mittel |
| Lac du Lauvitel | Écrins, Isère | 3 Std. hin und zurück | Leicht |
| Lacs Sainte-Anne et Miroir | Queyras, Hautes-Alpes | 4-5 Std. als Rundtour | Mittel |
| Lac d'Allos | Mercantour, Alpes-de-Haute-Provence | 2-3 Std. hin und zurück | Leicht |
| Grand Veymont | Vercors, Isère | 6-7 Std. hin und zurück | Schwer |
| Tour du Mont-Blanc | Mont-Blanc – Frankreich, Italien, Schweiz | 7-11 Tage (oder in Etappen) | Schwer |
Gut ausgerüstet in die Berge
In den Bergen ändert das Wetter schneller seine Meinung als ein müder Wanderer: Am Start strahlender Sonnenschein, am Pass Graupel, auf dem Rückweg Gewitter. Der Rucksack muss da mithalten – leicht für Runden zu den Bergseen, wasserdicht, wenn sich der Alpenhimmel zuzieht, mit viel Stauraum für Hüttentouren. Unsere Kollektion Wander- und Trekkingrucksäcke deckt jedes Vorhaben ab. Hier sind die drei Modelle, die unsere Kunden am häufigsten mit in die Berge nehmen:
1. Der Lac Blanc, der Spiegel des Mont Blanc
Es ist das berühmteste Bild der französischen Alpen: ein See auf 2.352 Metern im Naturschutzgebiet Aiguilles Rouges und gegenüber die gesamte Mont-Blanc-Kette – die Drus, die Grandes Jorasses, die Aiguille Verte –, die sich am frühen Morgen im Wasser spiegelt. Von der Seilbahn La Flégère aus führt der Weg als Höhenweg über dem Tal von Chamonix entlang, passiert die Lacs des Chéserys und öffnet sich zum Seeufer wie ein Vorhang.
Starte früh: Das Morgenlicht ist am schönsten, und die Route ist im Sommer sehr beliebt. Die Murmeltiere lassen sich vom Trubel längst nicht mehr stören.
- Strecke: ca. 7 km hin und zurück ab La Flégère · Höhenunterschied: ca. 500 m Aufstieg
- Dauer: 4-5 Std. hin und zurück
- Schwierigkeit: mittel – einige Stellen mit Leitern gesichert
- Beste Zeit: Mitte Juni bis Anfang Oktober
2. Der Grand Balcon Nord und das Mer de Glace
Zwischen dem Plan de l'Aiguille und dem Montenvers entfaltet sich der Grand Balcon Nord, einer der spektakulärsten Wege Europas: eine Überschreitung auf 2.200 Metern unter den Aiguilles von Chamonix, die vor dem Mer de Glace endet, dem größten Gletscher Frankreichs, überragt von der Silhouette der Drus. Du fährst mit der Seilbahn hinauf, wanderst auf dem Höhenweg und fährst mit der legendären roten Zahnradbahn wieder hinunter – grandiose Bergwelt, ohne einen ganzen Tag Höhenmeter.
In dieser Höhe zwischen Schnee, Eis und hellem Fels ermüdet die Blendung schnell die Augen: Gläser, die sich dem Licht anpassen, machen den Unterschied für deinen Tag:

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- Strecke: ca. 6 km als Überschreitung · Höhenunterschied: ca. 200 m Aufstieg (Abstieg über den Montenvers)
- Dauer: 3-4 Std.
- Schwierigkeit: mittel – Bergpfad ohne technische Schwierigkeiten
- Beste Zeit: Ende Juni bis Ende September
3. La Tournette, das Dach des Sees von Annecy
Vom Gipfel der Tournette auf 2.351 Metern liegt dir der ganze Lac d'Annecy zu Füßen, türkisfarben zwischen den Bergen – und bei klarem Wetter schließt der Mont Blanc den Horizont ab. Der Aufstieg vom Chalet de l'Aulp ist steil: erst Almen mit Steinböcken, dann ein felsiger Kessel, in dem der Weg steiler wird, und schließlich eine kleine Rinne mit Drahtseilen und Eisenstiften, die dich hinauf zum „Fauteuil", dem Gipfelblock, bringt.
Nichts Extremes, aber echtes Bergfeeling: Du musst die Hände zu Hilfe nehmen, begegnest recht zutraulichen Steinböcken, und das Panorama am Ende belohnt jeden Höhenmeter. Meide die vollen Augusttage – dann wird die Gipfelrinne zur Warteschlange.
- Strecke: ca. 10 km hin und zurück · Höhenunterschied: ca. 1.100 m im Aufstieg
- Dauer: 5-6 Std. hin und zurück
- Schwierigkeit: schwer – Drahtseilpassagen am Gipfel, Trittsicherheit erforderlich
- Beste Zeit: Juni bis Oktober
4. Der Col de la Vanoise, am Fuß der Grande Casse
Von Pralognan-la-Vanoise führt der Weg ins Herz des ältesten Nationalparks Frankreichs. Du überquerst den Lac des Vaches auf einer Furt aus Steinplatten im Wasser – eine der fotogensten Passagen der Alpen – und steigst dann zum Col de la Vanoise auf 2.517 Metern auf, unter der gewaltigen Wand der Grande Casse, mit 3.855 Metern der höchste Punkt der Savoyen.
Murmeltiere im Geröll, Steinböcke auf den Felsbändern, Gämsen in der Ferne: Die Vanoise ist der beste Zoo unter freiem Himmel im ganzen Land – ohne Käfig und ohne Eintrittskarte. Die Hütte am Pass serviert einen Heidelbeerkuchen, für den allein sich die Pause schon lohnt.
- Strecke: ca. 14 km hin und zurück · Höhenunterschied: ca. 1.100 m im Aufstieg
- Dauer: 5-6 Std. hin und zurück
- Schwierigkeit: mittel – lang, aber gleichmäßig
- Beste Reisezeit: Mitte Juni bis Ende September (Furt am Lac des Vaches passierbar)

5. Der Rocher du Vent, der Balkon über dem Lac de Roselend
Das Beaufortain ist das bestgehütete Geheimnis der Savoyen: Almen mit Bergkäse, lagunenfarbene Stauseen und Wege ohne die Menschenmassen von Chamonix. Der Rocher du Vent ist der perfekte Aussichtspunkt dafür – ein sanfter Aufstieg vom Plan de la Lai, ein erstaunlicher Durchgang durch einen Tunnel, der im Ersten Weltkrieg in die Felswand geschlagen wurde, und am Ende ein Blick hinunter auf den türkisfarbenen Lac de Roselend zwischen den Bergen, mit dem Mont Blanc im Hintergrund.
Das ist die „Wow"-Wanderung für alle: kurz genug für einen halben Tag, spektakulär genug, um einem ganzen Sommer in Erinnerung zu bleiben. Nimm die Stirnlampe für den Tunnel mit – für Kinder ist er oft das schönste Erlebnis.
- Strecke: ca. 8 km hin und zurück · Höhenunterschied: ca. 600 m im Aufstieg
- Dauer: 3-4 Std. hin und zurück
- Schwierigkeit: mittel
- Beste Zeit: Juni bis Oktober
6. Der Lac du Lauvitel, das Tor zu den Écrins
Vom Weiler La Danchère bei Bourg-d'Oisans genügt eineinhalb Stunden Aufstieg durch den Wald, um den größten See des Écrins-Massivs zu erreichen: 35 Hektar dunkles Wasser, eingefasst von Felswänden, die senkrecht hineinfallen. Am Ufer lädt die Mittagspause auf großen Felsplatten ein. Darüber wacht das Totalreservat Lauvitel, das für Besucher gesperrt ist, über eines der letzten wilden Rückzugsgebiete Frankreichs.
Ein idealer Einstieg in die Écrins: ein spektakuläres Ziel, ein gut markierter Weg, ein machbarer Anstieg. Geübte Wanderer gehen weiter zum Lac de la Muzelle über den Col du Vallon – damit wird der Tag gleich eine Klasse anspruchsvoller.
- Strecke: ca. 6 km hin und zurück · Höhenunterschied: ca. 500 m Aufstieg
- Dauer: ca. 3 Std. hin und zurück
- Schwierigkeit: leicht
- Beste Zeit: Mai bis Oktober
7. Die Seen Sainte-Anne und Miroir, die Juwelen des Queyras
Das Queyras ist das Gebirge für Kenner: hoch, sonnig, unberührt und weit weg von den großen Skiorten. Von Ceillac aus zeigt die Zwei-Seen-Runde es von seiner schönsten Seite. Du steigst durch Lärchenwälder auf, im Oktober golden wie Flammen, bis zum Lac Miroir, der seinen Namen verdient: Frühmorgens spiegeln sich die Gipfel der Font Sancte glatt wie ein Spiegel darin. Weiter oben, auf 2.415 Metern, breitet der Lac Sainte-Anne sein milchiges Türkis zu Füßen einer kleinen Pilgerkapelle aus.
Die Runde genießt du am besten in dieser Richtung: Aufstieg zum Miroir, oben der Lac Sainte-Anne, Abstieg über die Pisten von Ceillac. Im Spätherbst ist es hier besonders schön: tief stehendes Licht, goldene Lärchen, leere Wege.
- Strecke: ca. 11 km als Rundweg · Höhenunterschied: ca. 700 m Aufstieg
- Dauer: 4-5 Std.
- Schwierigkeit: mittel
- Beste Zeit: Juni bis Mitte Oktober – die goldenen Lärchen sind die Reise allein schon wert

8. Le lac d'Allos, le géant du Mercantour
Auf 2.230 Metern liegt der Lac d'Allos, der größte natürliche Hochgebirgssee Europas: 54 Hektar tiefblaues Wasser, umringt von den zerklüfteten Felstürmen des Mont Pelat, mitten im Nationalpark Mercantour. Und der Zugang ist ungewöhnlich großzügig: Vom Parkplatz Le Laus genügen 45 Minuten auf einem leichten Weg, sogar mit geländegängigem Kinderwagen, um das Ufer und die Berghütte zu erreichen.
Für die Umrundung brauchst du etwa eine Stunde länger. Dafür picknickst du mit Blick auf den Pelat und hältst Ausschau nach Bartgeiern. Das ist die klassische Familienwanderung der Südalpen. Am besten planst du sie unter der Woche, dann hast du den See (fast) für dich allein.
- Strecke: ca. 5 km hin und zurück (+ 3 km für die Seeumrundung) · Höhenunterschied: ca. 250 m Aufstieg
- Dauer: 2-3 Std.
- Schwierigkeit: leicht
- Beste Zeit: Juni bis Oktober – Zufahrtsstraße im Winter gesperrt
9. Der Grand Veymont, der Gipfel der Hochplateaus des Vercors
Das Vercors ist anders als jedes andere Alpenmassiv: ein riesiges Kalkplateau ohne Straße und ohne Lift, auf dem du stundenlang wanderst, ohne ein Dach zu sehen. Der Grand Veymont ist mit 2.341 Metern der höchste Punkt. Von Gresse-en-Vercors führt der Aufstieg über den Pas de la Ville auf den Grat, und die Belohnung ist doppelt: im Osten der Mont Aiguille – der berühmteste Kalkobelisk Frankreichs – direkt gegenüber; im Westen das Meer aus Hochplateaus, auf denen die größten Steinbockherden des Landes weiden.
Das ist ein großer Tag, der Sonne ausgesetzt und ohne eine einzige Wasserstelle: Du startest früh, füllst deine Trinkflaschen und behältst den Himmel im Blick. Dafür schenkt dir das Vercors das schönste Gefühl von Einsamkeit in den französischen Alpen.
- Strecke: ~13 km hin und zurück · Höhenunterschied: ~1.100 m im Aufstieg
- Dauer: 6-7 Std. hin und zurück
- Schwierigkeit: schwer – lang, ohne Wasser und Schatten
- Beste Zeit: Juni bis Oktober
10. Die Tour du Mont-Blanc, der legendäre Fernwanderweg
Zum Abschluss das Monument: 170 Kilometer und fast 10.000 Höhenmeter rund um das Dach Westeuropas, quer durch Frankreich, Italien und die Schweiz. Die TMB führt dich über Pässe mit Steinböcken, durch Gletschertäler und vorbei an legendären Hütten – Les Mottets, Bonatti, der Col de la Seigne bei Sonnenaufgang. Rechne mit 7 bis 11 Tagen für die komplette Runde oder wähle ein Teilstück von 3-4 Tagen zum Reinschnuppern: Chamonix-Courmayeur über den Süden ist das spektakulärste.
Reserviere die Hütten mehrere Monate im Voraus – die TMB ist Opfer ihres eigenen Ruhms – oder wage das Abenteuer autark mit dem Zelt, dort, wo Biwakieren erlaubt ist. Dann steht das Lager schnell und sicher, selbst auf hartem Boden: Zuverlässige Spanner ersparen dir nachts das Nachspannen der Zeltbahn im Wind am Pass:

- Strecke: ~170 km · Höhenunterschied: ~10.000 m im Aufstieg
- Dauer: 7-11 Tage (oder Teilstücke von 3-4 Tagen)
- Schwierigkeit: schwer – lange Etappen, hochalpines Wetter
- Beste Zeit: Ende Juni bis Mitte September
Unsere Tipps zur Vorbereitung dieser Wanderungen
Drei Grundregeln gelten für alle zehn. Zuerst das Wetter im Gebirge – nicht das im Tal: Sommergewitter in den Alpen ziehen schnell auf und treffen Grate und Gipfel zuerst. Du schaust dir den Wetterbericht am Vorabend UND am Morgen an und kehrst ohne Zögern um, wenn das Wetter kippt. Für das Mont-Blanc-Gebiet veröffentlicht das Tourismusbüro des Chamonix-Tals den Zustand der Wege, die Bedingungen in der Höhe und mehr als 350 km markierte Routen – ein guter Blick vor der Tourenplanung.
Als Nächstes die Füße: Kalkplatten im Vercors, Geröllfelder an der Tournette, die Furt am Lac des Vaches – Schaft und Sohle wählst du passend zum Gelände aus, und unsere Kollektion Wander- und Trekkingschuhe deckt beide Philosophien ab: hoher Schaft und leichter, niedriger Schaft. Zum Schluss packst du den Rucksack am Vorabend: reichlich Wasser (im Vercors findest du keins), eine warme Schicht auch im August, Sonnenschutz für die Höhe und eine kleine Sicherheitsausrüstung – die Details findest du bei den Wander-Accessoires und der Wanderausrüstung. Und wenn die Alpen dir Lust auf weitere Gebirgsmassive machen, führt dich unser Guide zu den schönsten Wanderungen in den Pyrenäen weiter in den Südwesten.
Häufige Fragen
Welche ist die schönste Wanderung in den Alpen? Der Lac Blanc bleibt der absolute Klassiker – der Blick auf die Mont-Blanc-Kette ist in Europa einzigartig. Für einen weniger überlaufenen Tag mit ebenbürtiger Schönheit spielt die Runde um den Lac Sainte-Anne und den Lac Miroir im Queyras in derselben Liga; und für eine Mehrtagestour ist die Tour du Mont-Blanc seit einem halben Jahrhundert unumstritten.
Welche ist die schönste Ecke der Alpen? Jedes Massiv hat seinen eigenen Charakter: Chamonix für das vergletscherte Hochgebirge, die Vanoise für Tierwelt und Bergseen, das Beaufortain für unberührte Almen, das Queyras für das südliche Licht und die Lärchen, der Mercantour für mediterrane Stimmung in der Höhe. Wenn du dich für nur eine Region zum Wandern ohne Menschenmassen entscheiden müsstest: das Queyras im Spätsommer und Frühherbst.
Welche sind die 10 schönsten Wanderungen in Frankreich? Die Alpen nehmen einen guten Teil davon für sich ein, doch Frankreichs Wanderwelt endet dort noch lange nicht – Pyrenäenkessel, Calanques, Vulkane der Auvergne, der korsische GR20 … Unser Guide zu den 12 schönsten Wanderungen in Frankreich führt dich einmal durchs ganze Land, Gebirgsmassiv für Gebirgsmassiv.


